19 Mai 2009 - 13:44:21
Leseprobe "Nova Prospect"
Also hier mal eine Leseprobe aus meinem Buch "Nova Prospect"
Diese Leseprobe ist eigentlich schon längst überfällig
Ein leichtkalter Windzug fuhr mir am nächsten Morgen übers Gesicht. Das Fenster war gekippt und ich hätte ihn wohl nicht bemerkt, wenn da nicht dieser Duft der Morgenfrische gewesen wäre. Über Nacht hatte es geregnet. Daher war die Luft noch reiner. Ich mochte das. Wie spät war es eigentlich? Nach zehn. Eigentlich war ich nicht so der Frühaufsteher. Doch diesmal reichte mir der Schlaf. Einige Stimmenwaren vom Treppenhaus zu hören. Sie kamen mir bekannt vor. Es war die Tochter unserer Nachbarin. Sie wollte was von mir. Ständiges Anklopfen an meiner Türe, ständiges schnelles Verschwinden von ihr und diese Briefe. An das konnte ich mich noch gut erinnern. Ihre Liebe konnte ich leider nicht erwidern. Nur von den Briefen war sie völlig in Ordnung. Da war sie anders. Viel ruhiger und selbstbewusster. Eigentlich war an ihr alles kompliziert. Ihr Aussehen war eine Katastrophe, aber dafür konnte sie ja nichts. Auch ihr Charakter war schwer verständlich. Vielleicht kam es daher, dass sie im Heim wohnte. Im Kinderheim. Da ihre Mutter zu dumm war, sie zu erziehen. Jedenfalls wollte ich mit ihr positiv verbleiben. Ab und zu mal was reden, wenn man sich über den Weg laufen würde. Ein wählerischer Mensch war ich nicht. Es musste keine Lady sein, die total klasse aussah. Ich blickte mehr in die Seelen hinab. Ich zählte nicht zu der Art von Männern, die mit dem Genital voraus gingen, sondern zu den Wenigen, die sich erst über die Sache bewusst machen und bedacht handelten.Ramona überzeugte mich durch ihre unglaubliche Stärke ihrer Seele, ihr Mitgefühl und ihre Liebe. Das baute von meiner Seite aus eine starke Bindung zu ihr auf. Das war ein weiterer Grund, warum sie mir so fehlte.Heute war der Tag, an dem wir unsere Sachen packen sollten. Kartons einräumen und beschriften, Müll entsorgen und noch einiges mehr. Mit meinem Zimmer sollte ich wohl anfangen. Es war der letzte Tag in Fellheim. Immer wenn ich etwas unternahm wie Zimmer aufräumen oder solche Aktionen zu dem Zeitpunkt, half es mir immer Musik zu hören. Punkrock oder Metal. Einfach die Anlage ein wenig aufdrehen und der Arbeit nachgehen. Es war eine Zeit sich auf die Arbeit, die Musik und ein paar Gedanken zu konzentrieren. So ging es immer schon fast von selbst. Als ich gegen Mittag endlich fertig war, besser gesagt nach Mittag, waren meine Mutter und mein Stiefvater gerade im Stress den Müll aus dem Keller zu holen. Einfach alte Schränke, eine Badewanne, Holzbretter und weiß der Geier noch was. Auch unsere Küche musste raus. Dank dem Schimmel war die nicht mehr verwendbar. Alles zersägen und raus in einen großen Container. Wir hatten eine Hilfskraft zur Verfügung. Bernhard, der Bruder meines Stiefvaters. Er hatte rote Haare, war etwas dicker und konnte gut mit anpacken. Das half uns sehr. Vor allem große Möbelstücke zu transportieren, da brauchten wir ihn auch. Doch die schwersten Teile durften Stiefvater und ich sowohl in den LKW als auch in die neue Wohnung tragen. Es war ein schneller Abschied am Abend. Ankunft in Egg an der Günz. Es dauerte eine Weile, die Möbel aufzustellen. Manche Kartons blieben wochenlang leer. Ich lernte Leute kennen, brachte das Skateboarden nach Egg und veränderte das Leben mancher Personen. Es war ein komisches Dorf, doch ich passte irgendwie her. Es war eine Bestimmung den Lifestyle der Leute zu ändern.Zum einen lernte ich Fabian Wuggetzer kennen. Anfangs war er ein wenig zurückhaltend. Doch das Skaten kam ihm recht. Ich war so etwas wie ein Lehrer in Egg, obwohl jeder sein eigener Lehrer im Skateboarden war. Nur Quatsch fiel uns ein, was mich zum Teil auch veränderte. Er war der einzigste, mit dem ich manchmal Stress, aber auch ziemlich lustige Momente hatte. Er wird wohl noch erst erwachsen werden müssen um das zu verstehen, was ich ihm über Ramona erzählte. Natürlich wird man misstrauisch, wenn ich Bilder zeige und >Hoppla< sie sieht aus wie ein Megastar. Wie sollte ich sie nach Egg bringen, wenn sie in Kanada saß? Daher wollte ich das Thema aufgeben.Er sollte davon nichts mehr erfahren. Er würde es nie glauben und verstehen. Doch dies geschah erst ein geschlagenes Jahr später, als wir uns in Egg eingelebt hatten. Ramona war immer noch in Kanada und würde dort auch weiterhin bleiben. Mehr sagte sie mir nicht. Eine Zeit, in der ich schon nicht mehr wusste wie sie aussah. Das einzigste, was mich tröstete, war mein neustes Hobby. Gitarre spielen. Eine Walden für zweihundert Euro. Wohlgemerkt hatte ich noch viel zu lernen. Doch ich hatte das Talent und holte mir sämtliche Informationen aus dem Internet. Ich konnte es kaum erwarten ihr etwas vorzuspielen. Doch wann würde sie endlich wieder nach Deutschland kommen? Diese Frage wusste anscheinend nur Gott zu beantworten.Dank Julius Zint und Robin Vogg, fand ich das Wahre über das Skaten heraus. Was es hieß, zusammen zu Skaten und einfach Spaß, Herausforderungen und Ziele zu haben. Tag für Tag wurde ich immer besser und es war anders als damals in Holzgünz. Es war einfach das Skaten, das in vielen Büchern geschrieben stand. Das Gefühl, das man nicht beschreiben konnte in den warmen Sommerabenden. Sogar nach dem Arbeiten packte ich mein Deck und ging hinaus. Jedes Regenwetter war eine Qual. Doch die Gitarre war ein guter Ersatz. Ich spielte sie jeden Tag. Wirklich jeden Tag. Es kam auch immer Neues dazu. Songs schreiben, das kam von selber. Mein Leben begann endlich wirklich. Partys waren okay, doch ich war und bin der Mensch, der lieber immer etwas mit Musik und Skaten zu tun haben wollte. Lieber ein geiler Sound oder ein aufregender Skatetag, als total betrunken in der Ecke liegen. Ich wusste was ich wollte. Unter den ganzen Leuten war auch Michael Schwab. Er war etwas dicker als all die Anderen, darum fiel auch dem einen oder anderen ein dummer Kommentar ein. Er war völlig in Ordnung. >Und die Blicke zogen über die Oberfläche her, was darunter war, wollten sie nicht sehen< Ich kannte das. Als kleines Kind wurde ich gemobbt. Schwab war lässig und immer für einen Spaß zu haben.
Diese Leseprobe ist eigentlich schon längst überfällig
Ein leichtkalter Windzug fuhr mir am nächsten Morgen übers Gesicht. Das Fenster war gekippt und ich hätte ihn wohl nicht bemerkt, wenn da nicht dieser Duft der Morgenfrische gewesen wäre. Über Nacht hatte es geregnet. Daher war die Luft noch reiner. Ich mochte das. Wie spät war es eigentlich? Nach zehn. Eigentlich war ich nicht so der Frühaufsteher. Doch diesmal reichte mir der Schlaf. Einige Stimmenwaren vom Treppenhaus zu hören. Sie kamen mir bekannt vor. Es war die Tochter unserer Nachbarin. Sie wollte was von mir. Ständiges Anklopfen an meiner Türe, ständiges schnelles Verschwinden von ihr und diese Briefe. An das konnte ich mich noch gut erinnern. Ihre Liebe konnte ich leider nicht erwidern. Nur von den Briefen war sie völlig in Ordnung. Da war sie anders. Viel ruhiger und selbstbewusster. Eigentlich war an ihr alles kompliziert. Ihr Aussehen war eine Katastrophe, aber dafür konnte sie ja nichts. Auch ihr Charakter war schwer verständlich. Vielleicht kam es daher, dass sie im Heim wohnte. Im Kinderheim. Da ihre Mutter zu dumm war, sie zu erziehen. Jedenfalls wollte ich mit ihr positiv verbleiben. Ab und zu mal was reden, wenn man sich über den Weg laufen würde. Ein wählerischer Mensch war ich nicht. Es musste keine Lady sein, die total klasse aussah. Ich blickte mehr in die Seelen hinab. Ich zählte nicht zu der Art von Männern, die mit dem Genital voraus gingen, sondern zu den Wenigen, die sich erst über die Sache bewusst machen und bedacht handelten.Ramona überzeugte mich durch ihre unglaubliche Stärke ihrer Seele, ihr Mitgefühl und ihre Liebe. Das baute von meiner Seite aus eine starke Bindung zu ihr auf. Das war ein weiterer Grund, warum sie mir so fehlte.Heute war der Tag, an dem wir unsere Sachen packen sollten. Kartons einräumen und beschriften, Müll entsorgen und noch einiges mehr. Mit meinem Zimmer sollte ich wohl anfangen. Es war der letzte Tag in Fellheim. Immer wenn ich etwas unternahm wie Zimmer aufräumen oder solche Aktionen zu dem Zeitpunkt, half es mir immer Musik zu hören. Punkrock oder Metal. Einfach die Anlage ein wenig aufdrehen und der Arbeit nachgehen. Es war eine Zeit sich auf die Arbeit, die Musik und ein paar Gedanken zu konzentrieren. So ging es immer schon fast von selbst. Als ich gegen Mittag endlich fertig war, besser gesagt nach Mittag, waren meine Mutter und mein Stiefvater gerade im Stress den Müll aus dem Keller zu holen. Einfach alte Schränke, eine Badewanne, Holzbretter und weiß der Geier noch was. Auch unsere Küche musste raus. Dank dem Schimmel war die nicht mehr verwendbar. Alles zersägen und raus in einen großen Container. Wir hatten eine Hilfskraft zur Verfügung. Bernhard, der Bruder meines Stiefvaters. Er hatte rote Haare, war etwas dicker und konnte gut mit anpacken. Das half uns sehr. Vor allem große Möbelstücke zu transportieren, da brauchten wir ihn auch. Doch die schwersten Teile durften Stiefvater und ich sowohl in den LKW als auch in die neue Wohnung tragen. Es war ein schneller Abschied am Abend. Ankunft in Egg an der Günz. Es dauerte eine Weile, die Möbel aufzustellen. Manche Kartons blieben wochenlang leer. Ich lernte Leute kennen, brachte das Skateboarden nach Egg und veränderte das Leben mancher Personen. Es war ein komisches Dorf, doch ich passte irgendwie her. Es war eine Bestimmung den Lifestyle der Leute zu ändern.Zum einen lernte ich Fabian Wuggetzer kennen. Anfangs war er ein wenig zurückhaltend. Doch das Skaten kam ihm recht. Ich war so etwas wie ein Lehrer in Egg, obwohl jeder sein eigener Lehrer im Skateboarden war. Nur Quatsch fiel uns ein, was mich zum Teil auch veränderte. Er war der einzigste, mit dem ich manchmal Stress, aber auch ziemlich lustige Momente hatte. Er wird wohl noch erst erwachsen werden müssen um das zu verstehen, was ich ihm über Ramona erzählte. Natürlich wird man misstrauisch, wenn ich Bilder zeige und >Hoppla< sie sieht aus wie ein Megastar. Wie sollte ich sie nach Egg bringen, wenn sie in Kanada saß? Daher wollte ich das Thema aufgeben.Er sollte davon nichts mehr erfahren. Er würde es nie glauben und verstehen. Doch dies geschah erst ein geschlagenes Jahr später, als wir uns in Egg eingelebt hatten. Ramona war immer noch in Kanada und würde dort auch weiterhin bleiben. Mehr sagte sie mir nicht. Eine Zeit, in der ich schon nicht mehr wusste wie sie aussah. Das einzigste, was mich tröstete, war mein neustes Hobby. Gitarre spielen. Eine Walden für zweihundert Euro. Wohlgemerkt hatte ich noch viel zu lernen. Doch ich hatte das Talent und holte mir sämtliche Informationen aus dem Internet. Ich konnte es kaum erwarten ihr etwas vorzuspielen. Doch wann würde sie endlich wieder nach Deutschland kommen? Diese Frage wusste anscheinend nur Gott zu beantworten.Dank Julius Zint und Robin Vogg, fand ich das Wahre über das Skaten heraus. Was es hieß, zusammen zu Skaten und einfach Spaß, Herausforderungen und Ziele zu haben. Tag für Tag wurde ich immer besser und es war anders als damals in Holzgünz. Es war einfach das Skaten, das in vielen Büchern geschrieben stand. Das Gefühl, das man nicht beschreiben konnte in den warmen Sommerabenden. Sogar nach dem Arbeiten packte ich mein Deck und ging hinaus. Jedes Regenwetter war eine Qual. Doch die Gitarre war ein guter Ersatz. Ich spielte sie jeden Tag. Wirklich jeden Tag. Es kam auch immer Neues dazu. Songs schreiben, das kam von selber. Mein Leben begann endlich wirklich. Partys waren okay, doch ich war und bin der Mensch, der lieber immer etwas mit Musik und Skaten zu tun haben wollte. Lieber ein geiler Sound oder ein aufregender Skatetag, als total betrunken in der Ecke liegen. Ich wusste was ich wollte. Unter den ganzen Leuten war auch Michael Schwab. Er war etwas dicker als all die Anderen, darum fiel auch dem einen oder anderen ein dummer Kommentar ein. Er war völlig in Ordnung. >Und die Blicke zogen über die Oberfläche her, was darunter war, wollten sie nicht sehen< Ich kannte das. Als kleines Kind wurde ich gemobbt. Schwab war lässig und immer für einen Spaß zu haben.
Zusammenschlüsse
21.07.10 @ 02:37:30
von replicawatches